PROGRAMME

„Tellement Telemann“ – ein Komponist auf Reisen

 mit Werken von Georg Philipp Telemann, Michel Blavet,

Joseph Bodin de Boismortier, Louis-Claude Daquin u.a. 

 

„Gieb jedem Instrument das / was es leyden kan /

So hat der Spieler Lust / du hast Vergnügen dran.“

(aus einem Brief Georg Philipp Telemanns an Johann Mattheson, 14.9. 1718)

 

 Im Jahre 1737 reiste Georg Philipp Telemann nach Paris, wo er acht Monate lang leben und komponieren sollte. Von der französischen Presse mit „Tellement“ betitelt  - was übersetzt "so sehr, so viel" bedeutet, stand er in engem Kontakt mit den wichtigsten Instrumentalisten und Komponisten, wie beispielsweise Michel Blavet oder Joseph Bodin de Boismortier. Paris war zu dieser Zeit eines der wichtigsten musikalischen Zentren in Europa. Auch durch das Entstehen der ersten öffentlichen Konzertreihe, den „Concerts spirituels“, war die französische Hauptstadt ein Anziehungspunkt für viele Komponisten. Telemann, welcher wohl als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Musiker seiner Zeit bezeichnet werden kann, erlangte mit seinem Aufenthalt in dieser Stadt endgültig internationalen Ruhm. Er schuf ein äußerst umfangreiches und vielfältiges Werk und genoss schon zu Lebzeiten hohe Anerkennung. Telemann komponierte im sogenannten „vermischten Geschmack“, dem „goût mélangé“, bei dem die verschiedenen europäischen Stile des Barock ineinanderfließen. Auch den französischen Stil integrierte der Komponist in seine Werke.      

 

Eine sorgfältig getroffene Auswahl von Werken aus dem unmittelbaren musikalischen Umfeld Georg Philipp Telemanns skizziert ein Klangbild französischer Stilistik aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dadurch entsteht in unserem Programm ein Kontext, in welchem Telemanns Kompositionen aus einer neuen Perspektive erklingen.



„Viaggio in Italia

Musikalische Begegnungen diesseits und jenseits der Alpen

mit Werken von Antonio Vivaldi, Michele Mascitti und Joseph Bodin de Boismortier u.a. 

 

 

Musikalische Begegnungen diesseits und jenseits der Alpen

mit Werken von von Antonio Vivaldi, Carlo Tessarini und Tomaso Albinoni.

Im Zentrum des Programms stehen Werke italienischer Komponisten, deren Hauptschaffensphase vorwiegend in das 18. Jahrhundert fällt.

Italiens herausragende Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Kunstmusik blieb auch durch das 18. Jahrhundert hindurch bestehen. Die europaweit ausstrahlenden Zentren der Instrumentalmusik lockten Komponisten wie Johann Christian Bach und Wolfgang Amadé Mozart zum Studium des italienischen Stils nach Rom, Neapel, Venedig und Mailand.

Darunter stellt Venedig den Bezugspunkt unseres Programms dar: Hier lebten und wirkten fast alle Komponisten des Programms im Laufe ihres Lebens.

Ein weitverzweigtes Beziehungsgeflecht zwischen den Komponisten untereinander auf der einen Seite und den europäischen Ländern sowie den Wirkungsorten der Musiker auf der anderen Seite möchten wir mit unserem Programm Viaggio in Italia aufzeigen. Außergewöhnliche Besetzungen und vielfältige Klangfarbenkombinationen dürfen dabei ebenso erwartet werden wie einfühlsame und dynamische, historisch informierte Interpretationen. Eine bunte Mischung an Komponisten und Gattungen, von hochbarocken bis hin zu galanten Werken gespielt auf historischen Instrumenten machen den kulturellen Austausch zwischen Italien und Deutschland im 18. Jahrhundert hör- und erfahrbar.